Ausstieg der Transporteure aus dem Zug um Zug Palettentausch

Der europaweite Pool wurde in den Sechzigerjahren von den drei Staatsbahnen Österreichs, Deutschland und der Schweiz gegründet. In der Schweiz war die SBB der Träger des offenen Systems und stellt mit mehreren Millionen Franken Aufwand jährlich die Qualität und Verfügbarkeit der Tauschgeräte sicher.

1998 zog sich die SBB infolge Spardruck zurück. Eine Nachfolgeorganisation war nicht vorhanden. Um die Lage zu verbessern, propagierte die SGL 2002 einen Pool auf der Basis einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft. Die Industrie und die verladende Wirtschaft wollten damals von einer Beteiligung nichts wissen, das Projekt scheiterte. In der Folge sprangen die Frachtführer in die Bresche und tragen heute die Kosten für die Beschaffung, Administration und den Unterhalt der Tauschgeräte.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG hat den Ausstieg aus dem Palettenpool auf den 31. Dezember 2007 beschlossen. Dieser Entscheid fiel in Abstimmung mit verschiedenen Partnerorganisationen und Verladern.

Ab dem 1. Januar 2008 wird nicht mehr Zug um Zug getauscht und ebenfalls keine administrativen Tätigkeiten ausgeführt. Damit erhalten Tauschgeräte (Paletten, Rahmen, Deckel) neu den gleichen Status wie anderes Verpackungsmaterial. Zudem wird der Transport von Leergut kostenpflichtig. Die Verantwortung für das Handling und die Bewirtschaftung der Ladehilfsmittel geht vom Frachtführer auf den Warenversender über.

Die Umstellung bringt wesentliche Vorteile für das Gesamt-System. Verdeckte Kosten werden transparent und können gezielt gesteuert werden; denn: es gilt das Verursacherprinzip und die eigentumsrechte sind klar definiert.

Die GS1 und Vertreter der verladenden wirtschaft sehen die Vorteile. Sie befürchten aber, dass die Ausstiegsfrist eine effiziente Umsetzung nicht zulässt. Diese Thematik wurde mit der ASTAG im Rahmen eines Round Tables diskutiert. Die Vertreter beider Seiten haben vereinbart, dass GS1 bis Mitte September 2007 einen Lösungsvorschlag unterbreitet, welcher eine Umsetzung eines Ausstiegs per 1. Januar 2008 ermöglichst.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der ASTAG-Homepage unter www.astag.ch.

12.09.2007 / re

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